Die Doula

Ich wurde oft gefragt, was eine Doula ist.

 

Das Wort Doula kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Dienerin der Frau". Doulas gab es schon immer und beruht eigentlich auf eine alte Traditon, die leider durch den heutigen medizinischen und technischen Fortschritt  während der Geburt immer mehr in den Hintergrund geraten ist. Die traditionelle Geburt zu Hause fand immer mehr und mehr in Krankenhäuser statt. Durch Personalmangel und den Krankenhausalltag ist aber eine emotionale, persönliche und kontinuierliche Betreuung der Frau bei der Geburt meistens nicht mehr möglich.

Früher hingegen wurden werdende Mütter von Frauen zur Geburt begleitet, die selber schon ein Kind geboren haben. Die Frauen waren dauerhaft bei der Geburt anwesend.

 

Eine Doula greift nicht in die medizinische Belange während der Geburt ein, da sie keine medizinische Ausbildung hat. Sie ist keine Hebamme oder Ärztin. Allerdings ist sie durch ihre Doulaausbildung darin geschult, der Frau z.B. Entspannungsübungen zu zeigen. Sie begleitet die Frau/Familie vor, während und nach der Geburt, z.B. durch verschiedene Übungen für die Geburt, und ist vor allem die emotionale und physische Stütze während des Geburtsgeschehens. Durch ihre eigene Geburtserfahrung kann sie sich sensibel auf die werdende Familie einstellen und ist zuverlässig an  ihrer Seite während der Geburt. Sie entlastet den Partner, nimmt der Frau die Angst und unterstützt die Frau/das Paar bei ihren Geburtswünschen.

 

Weltweit gibt es ca. 7000 Doulas, in Deutschland ca. 120 Doulas.

 

 

Warum eine Doula mit zur Geburt mitnehmen?

 

Es gibt viele Gründe, warum eine Geburtsbegleitung durch eine Doula oder einer anderen Person sich positiv auf die Geburt auswirken kann.

 

Schon 1970 haben Studien von den Professoren Klaus und Kennell gezeigt, welche positiven Auswirkungen die Doula-Begleitung auf die Geburt haben kann:

 

  • die Geburtsdauer kann um einige Stunden verkürzt werden
  • der Bedarf und die Menge der Schmerzmittel oder wehenfördernden Mittel wird reduziert (Verringerung der PDA um 60%, Oxytocin-Verabreichung verringert sich um 40%)
  • Zangen-/Saugglockengeburt verringert um 40%
  • Kaiserschnittrate verringert sich um ca. 50%
  • die Bindung zwischen Mutter und Kind kann sich noch mehr verstärken
  • der Stillerfolg erhöht werden
  • Nachgeburtliche Depressionen können verringert werden
  • die Paarbeziehung kann noch mehr gestärkt werden

 

Quelle: 'Doula, der neue Weg der Geburtsbegleitung'
Mosaik-Verlag (1995), ISBN-Nr. 10-3576104143
Autoren: Marshall H. Klaus, John H. Kennell, Phyllis H. Klaus

 

 

Eine Frau sollte das Recht haben, eine kontinuierliche Betreuung während der Geburt bei sich haben zu dürfen.

 

Es ist nicht wichtig, welchen Familienstand die werdende Mutter hat, welcher Religion sie angehört oder welche Sprache sie spricht. Jede Geburt ist ein prägendes Ereignis im Leben einer Frau und als Doula möchte ich der Frau helfen, die Geburt selbstbestimmt, würdevoll und liebevoll zu erleben.

 

Einige Bespiele für besondere Lebenssituationen

 

  • alleinstehende Frauen
  • Erstgebärende, die durch Erzählungen und auch eigenen Recherchen verunsichert sind
  • Frauen, die schon eine Geburt erlebt haben, aber es sich jetzt anders wünschen
  • als Unterstützung für den Partner
  • wenn eine Totgeburt bevorsteht oder die Geburt eines behinderten Kindes
  • geplanter Kaiserschnitt
  • als weibliche Begleitung, wenn Familienangehörige oder Freundinnen nicht in Frage kommen